Sonntag, 05. September, 2010
   
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Schonacher Schalensteine

Im Ortsgebiet der Gemeinde Schonach ist eine außergewöhnlich große Anzahl verschiedenster Schalen- und Näpfchensteine zu finden. Bekannt sind diese Naturdenkmäler auf der ganzen Welt. Besonders häufig treten sie jedoch in Nord- und Westeuropa auf.

Obwohl in jüngster Zeit vermehrt ins wissenschaftliche Interesse gerückt, konnte bis heute keine allgemein anerkannte Erklärung für die Entstehung und Nutzung der Schalen gefunden werden. Wenn von einem Schalenstein gesprochen wird, so versteht man darunter „eine von der Natur geformte oder von Menschenhand veränderte schalenförmige Vertiefung in Steinen“. Mit dem hier vorgestellten Wanderweg soll nicht der Versuch unternommen werden eine Deutung vorzunehmen. Jedes Felsenbiotop für sich zeigt sich als einzigartiges Naturschauspiel. Die Phantasie der Wanderer soll aber durchaus angeregt werden, und zu einem eigenen Bild beitragen.

Für Ihre Entstehung werden vielerlei Theorien angeführt. Ihre natürliche Entstehung könnte folgende Gründe haben:

  • glaziale Einflüsse ( Eiszeit)
  • herausgebrochene weiche Mineralschichten
  • Verwitterung
  • Durch Humussäure, die durch verrottendes Moos entsteht. Auch für die Veränderung durch Menschenhand gibt es denkbare Vorstellungen.
  • rituelle Zwecke (Opferschalen)
  • Metallgewinnung
  • zur Bestimmung von Orten und Zeiten

Der Heimatforscher Wolfgang Neuss hat am Schonacher Trachtenbrunnen, der einen Schalenstein als Trog aufweist, „Schalensteine als Naturdenkmale , die in frühgeschichtlicher Zeit von Menschen als Opferschalen genutzt wurden“ bezeichnet. Diese Darstellung geht davon aus, dass Schalen natürlich entstehen, aber an besonderen Stellen von Men-schen genutzt und ausgebaut wurden.

Ihre Namen (Teufelstritt, Elfenmühle, Drachenstein, Blindenstein, Blutstein, Hexenfelsen, Heidenstein u.v.m.) verraten oft die mystische Bedeutung, die ihnen zugeschrieben wurde. Die intensive Beschäftigung und Erforschung der geheimnisumwitterten Steine hat die „Interessengruppe Schalensteine Schonach“ zu diesen phantasievollen Namen inspiriert.

In ihrer Erscheinung bieten sie vielerlei Formen und Größen. Man findet sie als Näpfchen mit wenigen Zentimetern Durchmesser, als kreisrunde Schalen mit scharfen Rändern und flachem Boden, oder ovalen Schalen mit 85X 65 cm.

Auffällig sind ebenfalls wiederkehrende Formen.

  • Augensteine (zwei Schalen)
  • Sitzsteine
  • Ovale Schalen
  • Kreisrunde Schalen

Zu finden sind Schalensteine oft auf Felsgruppen die auf erhabenen Punkten stehen. Sollten sie einmal nicht auf dem höchsten Punkt zu finden sein, ist daran nicht selten der verrutschte, wollstein-verwitterte Felsblock in dem sich die Schale befindet schuld.

Auch die hier in Schonach vorkommenden Schalensteine haben ihr Geheimnis bewahrt. Es bleibt der Phantasie des Betrachters überlassen welche Deutung für ihn glaubwürdig ist.

Quelle: Interessengruppe "Schalensteine Schonach"
 

Schonacher Ortsgeschichte

Schonach, mit den Ortsteilen Rensberg, Rohrhardsberg (bis 1970 eigenständige Gemeinde) und Schonachbach (unterhalb Triberg gelegen), zählt zu den größten Dorfgemeinden des Schwarzwaldes und liegt in einem der schönsten Hochtäler, 770 - 1163 m über dem Meer – Ortsmitte 850 m –. Das Landschaftsbild zeigt mannigfache Abwechslung an Erhebungen und Senken und wird durchzogen von Wäldern, Wiesen und Weideflächen, von Heiden und Mooren.

Geologisch gehört die Gemarkung dem Triberger Granitmassiv an, wobei sich durch Felshäufungen größere und kleinere Wasserfälle gebildet haben, so an der Gutach, der Schonach, der Elz und dem Alpirsbach. Die bioklimatischen Verhältnisse entsprechen von Mai bis September einem Schonklima, von Dezember bis März einem Reizklima, was zur Prädikatisierung Schonachs zum Luftkurort führte. Ansprechende Temperaturverhältnisse im Sommer und im Winter bieten beste Erholungsmöglichkeiten, und durch den Skisport – Junioren-Weltmeisterschaften und World-Cup Veranstaltungen in der Nordischen Kombination – wurde Schonach zum „Skidorf Nr. 1 des Schwarzwaldes“.

Das Wappen der Gemeinde zeigt in Silber (Weiß) aus einer goldenen Mondsichel wachsend die Mutter Gottes, in der linken Hand das Jesuskind tragend, in der rechten ein Szepter. Die Ortsfarben der Gemeinde sind Rot-Weiß.

Weit zurück in die Jahrhunderte reicht die Geschichte dieses Schwarzwaldortes. Die Uranfänge, die urkundlich allerdings nicht belegt sind, reichen in die Zeit von 1000 – 1050 n. Chr., als die ersten Siedler aus dem Gutachtal über die Nebentäler auf die Schwarzwaldhöhen kamen, um im Schonacher Obertal ihre ersten Niederlassungen zu gründen. Es heißt in Überlieferungen, dass im 11. Jahrhundert drei Höfe im Obertal gestanden haben sollen, die ersten Häuser im Dorf im 12. Jahrhundert erbaut worden seien.

Schonach gehörte von seiner Entstehungszeit an zur Herrschaft Triberg, deren wechselvolle Geschichte in der „Chronik der Gemeinde Schonach im Schwarzwald“, herausgegeben vom früheren Rektor Werner Hamm und der Gemeinde im Jahre 1981, nachzulesen ist. Zuerst ein Lehen der Grafen von Sulz (am Neckar), dann der Herren von Hornberg und nach deren Herrschaftsteilung der Herren von Triberg, fiel die Herrschaft 1325 wieder an das Reich zurück. Sie wurde verliehen, verkauft, verpfändet, wodurch die Bewohner unsäglich zu leiden hatten, denn die Pfandherren herrschten streng und herzlos. Um dieser Bedrückung ein Ende zu machen, kauften sich die Vogteien im Jahre 1640 aus der Pfandherrschaft los und unterstellten sich dem Hause Österreich. Die gesamte Herrschaft Triberg blieb von da an vorderösterreichisch bis 1806, als sie zum Großherzogtum Baden kam. Heute ist unsere Heimat Teil des Schwarzwald-Baar-Kreises im Lande Baden-Württemberg.

Quelle: Homepage der Gemeinde Schonach
   
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