Sonntag, 05. September, 2010
   
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75 Jahre NZ Schonach

75 Jahre Narrenzunft Schonach e.V.

Vom 29.01.-31.01.2010 feiert die Narrenzunft Schonach „Zunft der Geißenmeckerer“ mit einem verbandsoffenen Narrentreffen ihr 75-jähriges Jubiläum.

Im Schwarzwald zählt Schonach zu den ältesten Orten fastnächtlichen Brauchtums. Schon lange vor der eigentlichen Gründung herrschte reges Narrentreiben in Schonach.

Hierzu ist die bis dato erste urkundliche Erwähnung vom 16. Februar 1816 des Großherzoglich-Badische Kreisdirektorium des Donau Kreises Villingen an das Bezirksamt Triberg:

Auszug:

IX Diese Directorial-Verfügung hat das Amt Triberg in jeder Gemeinde so weit es dieselbe betrifft, vor eintretendem Faschingstagen öffentlich verkünden zu lassen, das weitere Erforderliche anzuordnen, die Uibertretter nach Vorschrift zu bestrafen, und über den Erfolg zu berichten.

(Quelle Generallandesarchiv Karlsruhe)


Eine weitere schriftliche Dokumentation liegt vom 28.Januar 1819 vor.

Anordnung vom Großherzoglichen Bezirksamt Tryberg, Vogtamt Schonach, betreffend Polizey-Sachen:

Daß das Maskenlaufen auf den Straßen auf Sonntag vor der beginnenden Fastenzeit sowie das Fasnetvergraben auf den Aschermittwoch von nun an nicht mehr stattfinde.

Übrigens aber jede sonst übliche Freude und Vergnügen auf Fasnacht Montag und Dienstag dem Publicum nicht verbotten, sondern demselben auf diese beyden Tage sittlich und nicht polizeywidrige öffentliche Genuß forthin frey und ungestört zu belassen seye.

Gezeichnet: Bezirksoberamtmann Bleibimhaus

(Quelle Generllandesarchiv Karlsruhe)


Desweiteren liegen uns Quellen u.a. von einem Fasnetspiel 1870, dem Dorfklunki-Bund Schonach (1872), den Ursprung des Schonacher Batzenwecken 1872, von verschiedenen Bällen und Moritaten, einem Häs aus Stroh mit Masken aus alten Holzfaßdeckeln geschnitzt (um 1900), der Narrengesellschaft „Fidellen Brüder“ 1912, sowie Kinderumzügen am Schmutzigen Donnschdig ab 1920 vor.

Am 14.01.1935 war es endlich soweit. Einige angesehene Bürger von Schonach wollten das rege Narrentreiben der vergangenen Jahre ordnen und gründeten im Gasthaus Schwanen die Narrenzunft Schonach.

Karl Sauter wurde zum 1. Vorsitzenden (Oberzunftmeister) gewählt. Ein Fasnetprogramm wurde erstellt, welches bis heute noch in nahezu gleicher Form durchgeführt wird.


Gründung NZ Schonach


Schon einige Jahre danach wurde dieses rege Zunftleben durch die Kriegsjahre unterbrochen. Erst am 11.11.1946 fand wieder die erste offizielle Sitzung der Narrenzunft statt. Das närrische Treiben hielt sich aber, Aufgrund der zeitlich bedingten Armut, in Grenzen. Auch die vielen Gefallenen hinterließen große schmerzliche Lücken, welche durch junge Narren erst nach und nach wieder gefüllt werden konnten. Doch mit Beginn der fünfziger Jahre wurde die Fasnet immer belebter.

Ab dem 11.11.1953 übernahm der unvergessene Rudolf Kienzler das Zepter der Narrenzunft in die Hand und führte sie in eine wahre Blütezeit. In der gleichen Versammlung wurde auch beschlossen, der Schonacher Fasnet eine Maske mit Häs zu geben. Der damalige Sekretarius Bruno Bender hatte eine Idee und diese wurde in Zusammenarbeit mit dem Werklehrer Bruno Beylich verwirklicht. Somit war der Schonacher Geißenmeckerer geboren. Auch wurde die Herausgabe einer jährlichen Narrenzeitung „Schonacher Volksblatt“ beschlossen. Dieses Volksblatt, das im Volksmund „Narreblättli“ genannt wird, wird heute noch in gleicher Form und Ausstattung herausgebracht. Der allseits bekannte, jedoch zu früh verstorbene Helmut Weisser war jahrelang mit seinem unvergessenem Humor Chefredakteur. Nach dessen Tod 1987 zeichnet sich in gleicher Weise Martin „DT“ Schmidt dafür verantwortlich.

Seit 1956 führt die Narrenzunft Schonach Ihre beliebten Zunftabende durch. Das gesamte Programm wird von dato bis heute vom Narrenrat bestritten.

1962 wurde man in Kenzingen feierlich in den Verband Oberrheinischer Narrenzünfte aufgenommen indem wir uns als „Wälder“ und östlichster Zipfel sehr integriert und wohl fühlen.

Im Jahre 1970 bekam, auf Initiative von Narrenrat Rudi Kienzler, der Geißenmeckerer eine Begleiterin und zwar die Geißenmagd. Auch Sie feiert mit dem 40-zigsten 2010 einen runden Geburtstag.

1977 wurde Rudolf Kienzler zum Ehrenoberzunftmeister ernannt. Klaus Schmidt übernahm den Posten und führte über 25 Jahre die Zunft erfolgreich an. Er machte die Zunft weit über Schonachs Grenzen bekannt und führte sie in richtige Boomjahre. Nicht selten war man mit 200-300 Hästrägern an Umzügen vertreten. Klaus Schmidt genoss innerhalb der Narrenlandschaft am Oberrhein höchstes Ansehen.

2002 kandidierte Klaus Schmidt nicht mehr für den Posten des Oberzunftmeisters. Eine jüngere Generation um den neuen Oberzunftmeister Jonny Kienzler übernahm die Zunftleitung und führt sie in das kommende Jubiläum hinein.

In den Jahren 1967, 1982 und 1994 war die Narrenzunft Schonach Gastgeber des Konvents des Verbandes Oberrheinischer Narrenzünfte.

Aus Anlass des 25.Geburtstages des Geißenmeckerer im Jahre 1979 und des 50-jährigen Jubiläum der Narrenzunft 1985 führte man zwei unvergessliche Narrentreffen durch.

10 Jahre später 1995, aus Anlass des 60-jährigen Jubiläums, und 2004, zum 50-zigsten Geburtstag des Geißenmeckerers, führte man ebenfalls große und erfolgreiche Narrentreffen durch. Ein Novum bis dato sei es, dass beide Treffen vom SWR live übertragen wurden.

Im Jubiläumsjahr verfügt die Narrenzunft Schonach über ca. 600 Hästräger ,und dies bei einer Einwohnerzahl von momentan ca. 4200. Leider sind nicht mehr alle aktiv, doch wäre es schön, gut die Hälfte am Ju

biläumsumzug durch die Straßen von Schonach laufen zu sehen.

Der Narrenrat umfasst momentan 17 Narrenräte und besteht seit der Gründung aus rein männlichen Mitgliedern. Diese Gegebenheit wird in Schonach sehr hoch gehalten.

In diesen 75 Jahren hat die Narrenzunft Schonach sehr viele „Originale“ herausgebracht, die das Brauchtum der alemannischen Fasnet gelebt haben oder weiterhin leben werden. Diese alle beim Namen und deren Wirken zu nennen würde diesen Rahmen sprengen. Doch Ihnen sei Dank für das Geleistete, denn ohne dieses würde unser Jubiläum in Kürze nicht gefeiert werden können.

Wir freuen uns vom 29.-31.01.2010 alle Gäste in Schonach begrüßen zu dürfen, und wünsche Ihnen und uns unvergessliche närrische Stunden, getreu dem Text des Schonacher Narrenmarsches „In de Schone isch es sche“…………………..


Jonny Kienzler
Oberzunftmeister

 

Gruppenbild 75 Jahre NZ Schonach

Quelle: Narrenzunft Schonach
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